München. Er wollte ihn unbedingt – und er hat es geschafft! Nachdem er im vergangenen Jahr im Finale der BMW Open by Bitpanda gegen Alexander Zverev verloren hatte, schaffte Ben Shelton heute den ersehnten Turniersieg in München – und wie!
Von Beginn an konzentriert und fokussiert, holte sich der Amerikaner den ersten Satz nach zwei Breaks mit 6:2. Flavio Cobolli, der gestern so großartig gegen Zverev gespielt hatte, fand schwer in diese Partie. Erst im zweiten Durchgang lief es dann besser für den Italiener: er konnte das Match offener gestalten, bis zum 5:5. Dann ein verhängnisvoller Doppelfehler zum vorentscheidenden Break für Ben Shelton. Der Rest war nur noch Formsache für den Weltranglistensechsten. Nach exakt 1:30 Stunden verwandelte Ben Shelton seinen ersten Matchball und holt sich bei seinem zweiten Auftritt in München den Turniersieg (6:2; 7:5). Damit ist er der erste Amerikaner seit Andre Agassi 2002, seinem Geburtsjahr, der einen großen Titel auf Sand gewinnen kann. „Die BMW Open sind ein großartiges Turnier, es ist eine Ehre hier zu spielen. Ich hoffe, ich kann noch viele Jahre in München spielen. Ich liebe die Energie, die bei meinen Spielen von den Zuschauern kommt, und der Kids Day in München ist einer meiner Lieblingstage auf der gesamten Tour. Danke an alle, die zu den BMW Open by Bitpanda gekommen sind“, so der frischgebackene Sieger.
Für den gab´s natürlich nicht nur Preisgeld und Pokal, sondern auch – traditionell – die Lederhose von Inntaler Trachten und das Siegerfahrzeug, einen vollelektrischen BMW iX3 50 xDrive.
Ein richtiges Märchen hat das deutsche Doppel Jakob Schnaitter und Mark Wallner erlebt. Über die Qualifikation waren die beiden Bayern ins Hauptfeld gekommen, überraschend holten sie sich heute den Titel bei den BMW Open by Bitpanda – ihren ersten großen Titel auf der ATP-Tour überhaupt. Den ersten Satz hatten sie gegen die französische Paarung Arribagee/Olivetti mit 6:4 gewonnen, den zweiten Durchgang mussten die beiden im Tiebreak abgeben. Danach gab´s im Matchtiebreak kein Halten mehr. Die Fans feuerten die beiden lautstark an, Jakob Schnaitter und Mark Wallner blieben nervenstark und konnten nach 1:44 Stunden ihren zweiten Matchball verwandeln (6:4; 6:7 (4); 12:10). Und danach ließen sie sich richtig feiern: „Das kann man noch gar nicht glauben, es ist einfach verrückt“, so Jakob Schnaitter. „Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht“, ergänzte Mark Wallner, „eine unglaubliche Geschichte“.
Schon vor Beginn der Endspiele haben sich Organisatoren und Partner hochzufrieden mit den BMW Open by Bitpanda 2026 gezeigt. Tim Beltermann, Leiter BMW Deutschland: „Wir hatten gehofft, in dieser Woche viel Leidenschaft und Freude zu sehen, und das hat zu 100 Prozent geklappt. Wir haben eine sehr lange Partnerschaft mit den BMW Open, seit 39 Jahren, und es ist toll, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben“. Toll, und für viele überraschend, auch die „Anekdote“, die Tim Beltermann noch ergänzte: „Unsere vollelektrische Flotte hat 65.000 Kilometer zurückgelegt, um Spieler und Gäste während des Turniers durch die Stadt zu fahren“. Ganz wichtig für die „BMW Open-Familie“ auch die Initiative Future Aces. Jedes geschlagene Ass im Turnierverlauf wird in eine Trainerstunde für Jugendliche aus Münchner Brennpunktschulen umgewandelt, 300 kamen zusammen.
70.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sind im Laufe der BMW Open by Bitpanda auf die Anlage des MTTC Iphitos gekommen, „wir hatten viele ausverkaufte Tage und die Fans haben sich sehr wohl bei uns gefühlt“, so Christian Okon, Veranstalter MMP Event. „Wir haben auch in diesem Jahr einige Dinge verändert. So haben wir zum Beispiel Court eins weiter aufgewertet: mit Moderation, DJ und Kameras. Damit ist ein vollwertiger zweiter Center Court entstanden, der allen viel Spaß gemacht hat“. Und auf dem Weltklassetennis zu sehen war.
Turnierdirektor Patrik Kühnen hatte ein sehr attraktives Teilnehmerfeld zusammengestellt, das stärkste in der Turniergeschichte: „Die schöne Mischung hat es ausgemacht, aus bekannten und neuen Gesichtern, wie zum Beispiel Stefanos Tsitsipas, Joao Fonseca oder auch dem jungen Belgier Alexander Blockx. Wir haben viele Matches gesehen, die wirklich Charakter hatten“. Und Kühnen betonte auch, wie perfekt sich die Allianz Para Trophy ins Turniergeschehen eingefügt hat: „Die Wettbewerbe sind richtig ins Turnier gewachsen. Und mit Gustavo Fernandez und Sam Schroder hatten wir in der Open beziehungsweise Quad Division zwei würdige Sieger“.
Fabian Tross, Vorstand MTTC Iphitos gab einen Ausblick in die Zukunft: „Es war ein großer und mutiger Schritt, auf ein ATP 500-Event zu gehen, der für unsere Vereinsmitglieder auch Einschränkungen bedeutet. Aber das Turnier hat nun ein ganz anderes Level, das von allen genossen und angenommen wird. Das neue Stadion wird mit Spannung erwartet. Baubeginn ist im September und wir rechnen mit eineinhalb Jahren Bauzeit. 2028 werden wir das Stadion dann erstmals nutzen können“.


















